Dieses „Handlanger” sehen. Gesamter unterer Bereich der Hände

Dieses große Projekt umfasst rund 600 Portra?twerk. Es dokumentiert die verschiedenen Berufssta?nde, sozialen Klassen und familia?ren Strukturen seiner Zeit und unterteilt sie in sieben Gruppen:„Der Bauer”,„Der Handwerker”, „Die Frau”,„Die Stände”,„Die Künstler”,„Die Großstadt” und „Die letzten Menschen”.Jede Gruppe hat keine Einzelbilder, sondern Serien um vergleichende Betrachtung zu ermo?glichen.Fotos für dieses Projekt sind keine schnelle „Schnappschüsse aus dem Berufsleben”. Der Photographierte zeigt sich in seiner typischen Berufskleidung, mit seinen typischen Arbeitsmittel. Zum Beispiel Foto von einen Konditor.Das Bild zeigt einen Konditor in seiner Bäckerei, der beim Rühren innehält. Der Mann trägt einen weißen Mantel, steht etwas breitbeinig da. Die schwarzen Schuhe glänzen unter der dunklen Hose. Von dem Backraum sind rechts auf einem Brett große Behälter mit Etiketten. Im Hintergrund, mit abnehmender Helligkeit und Schärfe, sieht man die Wand. Das Licht fällt von links ein und unterstreicht das Runde, Füllige des Konditors, formt Kopf, Hände und den Topf mit dem runden Boden.  Die erkennbaren Details der Konditorei, ergänzen was hier gezeigt werden soll: das Porträt eines Berufes. Das Bild zeigt einen Mann, der vertretend für alle Konditoren stehen kann. Sander  benutzte eine klassische Studio-Kamera und großformatige Glasplattennegative. Teilweise retuschierte er nachträglich sowohl die Negative wie auch die Positive. Diese Technik kann man gut auf dem Foto „Handlanger” sehen. Gesamter unterer Bereich der Hände und Beine wurde stark nachbearbeitet.Das Projekt Portraits Menschen des 20. Jahrhunderts schafft damit ein Gesellschaftsbild der Weimarer Republik. Die porträtierten Menschen sollten in absoluter „Naturtreue und Wahrhaftigkeit” fotografiert werden. Das Werk führt von der ersten Gruppe der Bauern über die Handwerker, die Frau und die Stände bis den Künstlern. Aber auch soziale marginale Gruppe wie Zirkusleute, Landstreicher und Bettler porträtierte Sander und endete bei Behinderten. Sander wollte mit seinem Werk ein „physiognomisches Zeitbild des deutschen Menschen und seines Lebensumfelds” schaffen. Darüber schrieb er selbst in einem Brief.Distanzierte, beobachtende Haltung war der Schwerpunkt von August Sander. 1931 notierte August Sander für einen von ihm im Westdeutschen Rundfunk in Köln gehaltenen Vortrag den Satz: „Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art.” – eine Kernaussage, die für seine Arbeitsauffassung durchgehend maßgeblich war.Die methodische Vorgehensweise von Sander charakterisiert sich mit vergleichender Fotografie und unmittelbarer Beobachtung. Denn vor allem im Nebeneinander der Fotoreihen sah er die Möglichkeit, typische Physiognomien und Körpersprachen unterschiedlicher Berufe, Geschlechter und Generationen hervortreten zu lassen. Man kann sagen, dass August Sandler mit seinen Porträtfotos eine neue Art von Kulturgeschichte in Form eines physiognomischen Zeitbilds geschaffen hat. August Sandler gilt als Initiator und gleichzeitig namhafter Fotografer in Verbindung mit der Neuen Sachlichkeit, weil er die Dinge in ihrer Einfachheit und Warheit darstellen wolte.Außerdem es ist wichtig, zu bemerken, dass der Titel des Fotos eine wichtige Rolle im Projekt  spielt. Im Nachhinein können wird es schwierig werden, die Fotos und das Dargestellte ohne Titel zu verstehen.Außerdem schuf  Sander in den Portraits Menschen des 20. Jahrhunderts parallel auch Ansichten von Stadt Köln. Er machte rund 3000 Bilder. Neben Architektur fotografierte Sander die Natur.Schwarzweißfotografien von August Sander, vor allem aus der Weimarer Zeit, fanden Weltruhm, so dass er heute als einer der großen Initiator einer sachlichen, konzeptorientierten Fotografie gilt, die bis in die Jetzt von großer Bedeutung ist.Aber nicht nur August Sander wollte die Dinge so sehen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein ko?nnen oder sollen. Der russiche Photograf  Wasiliy Carrick (1827—1878) zeigte auch  „Naturtreue und Wahrhaftigkeit”. Wasiliy Carrick lebte etwas früher  als August Sander, und machte war eines seiner grossen Projekt „Die Typen Russlands”. Was für mich sehr interessant ist, ist die Werke dieser zwei Photografen zu vergleichen.Das Projekt „Die Typen Russlands” schafft ein Gesellschaftsbild Russlands Ende des 19. Jahrhundert und zeigt, wie das russische Volk in typischen Berufskleidung, mit typischen Arbeitsgeräten aussieht. Das Archiv  von Wasiliy Carrick  ist nicht so groß wie das Archiv  von August Sanders, aber es ist ausreichend, um einen Eindruck über die Menschen jener Zeit zu bilden.Wasiliy Carrick und August Sanders dokumentierten gesellschaftliche Gruppen, die sozio-ökonomische als auch kulturelle Gemeinsamkeiten aufwiesen und schafften ein Porträt ihrer Zeit. Ihre Werke sind sowohl für die Künstlern als auch für die Soziologen und Historiker von Interesse.